|
24.08.2026
09:00 Uhr
|
Pakete im Internet können sich durch Fehler oder Angriffe auf Abwege begeben. Die Mechanismen einer wenig bekannten Public-Key-Infrastruktur schützen davor.

Public-Key-Infrastrukturen sichern das Internet. Den meisten Nutzern dürfte etwa die Web-PKI bekannt sein – wenn auch nicht unbedingt unter diesem Namen – mit ihren kleinen Schloss-Symbolen im Browser. Sie zeigen an, dass man garantiert auf der angegebenen Domain unterwegs und der Datenverkehr verschlüsselt ist. Doch das Internet ist mehr als das Web und Angreifer haben auch andere Optionen, als die HTTP-Verbindung zu einem Webdienst zu attackieren.
Damit eine Verbindung überhaupt zustande kommt, müssen Browser und Server Datenpakete austauschen. Dazu, welchen Weg diese Pakete nehmen, kann die Web-PKI genauso wenig etwas sagen, wie sie sicherstellen kann, dass die Pakete überhaupt ankommen. Dabei ist das äußerst relevant: Ein Fehler, der Daten in den Orkus schickt, schaltet einen Nutzer oder Service effektiv ab, und Angreifer, die den Datenfluss über sich leiten, können aus den Metadaten etwas lernen, auch wenn die eigentlichen Inhalte per Web-PKI verschlüsselt sind.
Vor solchen Angriffen soll eine deutlich weniger bekannte Schwester der Web-PKI schützen, die Resource Public Key Infrastructure (RPKI). Sie ist die Grundlage für verschiedene Mechanismen, die die Wegfindung von Paketen im Internet schützen sollen. Die Bedeutung und Verbreitung der RPKI wächst seit Jahren stetig, aber weitgehend unbemerkt.